23. Österreichische Staatsmeisterschaft Dreiband der Damen von 25. - 28.1.2018 in Wien, WBA

Die Fachzeitung "Billard" berichtete (Nr. 302, Originaltext von Peter Stöger:  

In zwei Gruppen mit jeweils vier Spielerinnen wurden die Teilnehmerinnen an den Kreuzspielen ermittelt, bei einem durchgängigen Spielziel von 25 Points (50 HAZ). Die Favoritinnen waren Helga Mitterböck, die Titelverteidigerin, Ingrid Englbrecht und Samira Mölzer, die aktuelle Wiener Landesmeisterin. Auch Natascha Al-Mamar, Bettina Matulla und Monika Steinberger traute man Plätze weiter vorne zu.

Nach zwei Runden bzw. den ersten vier Spielen war die Frage nach der Halbfinalqualifikation in Gruppe A geklärt, Helga Mitterböck und Monika Steinberger lagen uneinholbar auf den Rängen 1 und 2. In der letzten Runde wurden dann nur noch die endgültigen Platzierungen geklärt, wobei sich jeweils die Favoritinnen durchsetzten.
Ein ganz ähnliches Bild zeigte sich in Gruppe B, nach vier Spielen waren Samira Mölzer und Ingrid Englbrecht bereits durch. Dabei hatte vor allem Mölzer mit zwei ganz starken Partien ihre Ambitionen deutlich gezeigt. Dann aber wurde sie von ihrer routinierten Gegnerin im letzten Spiel bezwungen, Englbrecht vermied damit eine Konfrontation mit Mitterböck in der Vorschlussrunde.

Halbfinale A1 - B2: Nach 34 Aufnahmen führte Mölzer scheinbar recht komfortabel mit 17 zu 10, lag damit auf Finalkurs und stellte ab diesem Zeitpunkt das Spielen irgendwie ein. Sie sammelte bis zum Schluss 16 Fehlaufnahmen ohne Unterbrechung, Zeit genug für Mitterböck, um das Spiel noch komplett zu drehen. Halbfinale B1 - A2: Das zweite Halbfinale brachte einen sicheren Sieg für Englbrecht, Steinberger konnte sie nicht wirklich fordern.
Im Endspiel kamen zunächst beide Spielerinnen recht gut vom Start, in der Folge allerdings hielt nur Mitterböck das gute Niveau, während bei Englbrecht doch etliche Bälle provokant knapp am Ziel vorbeischlichen. Am Ende wurde es für Mitterböck ein deutlicher Erfolg, der ihr den dritten Titel in Serie und damit auch den Gewinn des attraktiven Wanderpokals einbrachte. Der hat nun eine dauerhafte Bleibe im Trophäenschrank von Helga Mitterböck gefunden.
Eine gemeinsame, stimmungsvolle Siegerehrung für Damen und Herren beendete eine gelungene Veranstaltung. Viele haben dazu beigetragen, von der Verbandssportleitung über die Schiedsrichter und Schreiber, und nicht zu vergessen die Spielerinnen und Spieler, die mit ihren Leistungen und dem untadeligen Auftreten ihren Anteil hatten. Andi Kronlachner hat sich wie gewohnt intensiv um die mediale Aufbereitung gekümmert, diesmal ganz toll unterstützt durch Andreas Simperler von der WBA. Und natürlich hat Petra Scholze wie immer den Spagat zwischen Turnierleitung und Turnierteilnehmerin tadellos hinbekommen.

Im Zuge der Siegerehrung tauchte die Frage auf, wie oft denn Ingrid und Helga ein Finale bestritten hätten. Das wäre zu klären, wenn es auch nicht ganz einfach ist. Manche Turniere wurden im System „jede gegen jede“ gespielt, andere wiederum mündeten in ein echtes Endspiel. Vielleicht ist die Klärung dieser Frage auch nicht ganz so interessant, zumindest nicht so wie die, wer denn nun die Rekordmeisterin ist. Im Moment hat Helga Mitterböck diese Position inne, sie hat mit dem Sieg 2018 elf Meistertitel gewonnen und führt damit um einen Titel vor Ingrid Englbrecht. Nur eine Spielerin konnte bis jetzt die Dominanz der beiden durchbrechen, Natascha Al-Mamar, die 2005/2006 und 2009/2010 die Siegerin war. Begonnen hat es im Juni 1997, als Helga die erste Meisterschaft Dreiband der Damen gewinnen konnte. Seit dieser Zeit wird die Meisterschaft lückenlos durchgeführt. Von den ersten 10 Turnieren gewann Ingrid 6 x, und Helga 4 x. Die Turniere 11 bis 20 sahen je 4 Siege von Ingrid und Helga, und die erwähnten 2 Erfolge von Natascha Al-Mamar. Bei der 21. und 22. ÖM war Ingrid Engl-brecht nicht dabei, womit sie eine Bilanz von 10 x Gold bei 21 Starts hat; bei Helga Mitterböck lautet die Bilanz 11 x Gold bei 23 Starts, sie ist als einzige Spielerin von Anfang an ohne Unterbrechung dabei.
Eine andere Spielerin ist nun auch in den Klub der „20er“ aufgestiegen, Monika Steinberger, die ihre Jubiläumsteilnahme mit einer weiteren Bronzemedaille würdig gefeiert hat.
Die bestehenden ÖM-Rekorde gehören natürlich auch Mitterböck und Englbrecht. 2016/17 spielte Helga mit 0,573 den besten GD bisher, ihre beste Partie von 1,136 stammt aus dem Sportjahr 1999/2000. Die Höchstserie von 8 erzielte Ingrid Engl-brecht 2013/14. Verbesserungen in diesen Bereichen sind am ehesten von Samira Mölzer zu erwarten.

Bild: Monika Steinberger, Helga Mitterböck, Ingrid Englbrecht und Samira Mölzer, v.l.n.r. (Foto©ÖBU_AK)
 
1. Helga Mitterböck  MAR 10  –  00 104 244 0,426 0,560 5
2.  Ingrid Englbrecht  AUG 08  –  02 107 245 0,436 0,550 6
3. Samira Mölzer  BAK 04  –  04 87 169 0,514 0,890 6
3. Monika Steinberger  BAR 04  –  04 63 200 0,315 0,420 3
5. Bettina Matulla  WBA 02  –  04 49 141 0,347 0,440 3
6. Natascha Al-Mamar  BAK 02  –  04 47 144 0,326 0,300 3
7. Petra Scholze  WBA 00  –  06 33 123 0,268 0,000 2
8. Daniela Stojicevic  POT 00  –  06 28 150 0,186 0,000 3

     

 

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