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Die Fachzeitschrift "billard" (Originaltext) berichtete:
Wenn ein
Spitzeklub jubiliert, fühlt er sich auch rechtens veranlasst, eine
besondere Attraktion zu bieten. Der BSK Augarten hatte zum 30-jährigen
Jubiläum einen Dreikampf mit internationaler Besetzung veranstaltet,
Fonsy Grethen (L) und Wolfgang Zenkner (D) trafen auf die heimischen
Größen Stenzel und Mastny.
Diesmal ging der Verein bewusst einen anderen Weg und lud zu einem
internationalen Damenturnier im Zeichen der EM-Revanche ein; das
Starterfeld war illuster, waren mit Susanne Stengel (2. der EM) und -
natürlich! - Ingrid Englbrecht (3. der EM) gleich zwei
Medaillengewinnerinnen nur allzu gerne der Einladung gefolgt. Frau
Stengel, die Siegerin, brachte dies unmittelbar nach der Siegerehrung im
Namen aller Spielerinnen zum Ausdruck, als sie auf eine Wiederholung im
BSK Augarten hoffte.
Alles begann 1957 im Cafe Niebauer im 2. Wiener Gemeindebezirk. Ein
neuer Verein wurde gegründet, der Initiator war Heinrich Weingartner,
ein weiteres Gründungsmitglied ist Hans Hof, heute selbstverständlich
Ehrenmitglied des Vereines. Auf einem (!) Billard der Größe 190 x 95
wurde der Sportbetrieb aufgenommen, über Phasen immer wiederkehrender
Lokalwechsel hat sich der Verein in seinem gediegenen Sportheim in der
Engerthstraße zum mitgliederstärksten und erfolgreichsten Verein
Österreichs gemausert. Mit Stephan Horvath und Franz Stenzel hat man
zwei aktuelle Mannschaftsweltmeister in den Reihen, Horvath ist dazu der
Gesamtsieger der Classic Masters Trophy'92 - eigentlich darf sich der
BSK Augarten als erfolgreichster Verein der Welt 1991/92 fühlen! Viele
Kollegen und Enthusiasten haben zur Entwicklung des Vereines wertvolle
Beiträge geleistet, stellvertretend für viele andere sei Ehrenmitglied
Richard Weilinger erwähnt.
Das
Jubiläumsturnier wurde von 6 Damen aus 5 Ländern im halben
Meisterschaftssystem bestritten und brachte ganz erstklassige
Leistungen.
Mit Susanne Stengel setzte sich eine der Favoritinnen durch, sie musste
aber speziell in der Finalpartie gegen die bereits erstaunlich starke
Karoline Matthijs bis zum letzten Point hart für den Erfolg arbeiten.
Dieses Finalspiel war von großer Nervosität beider Spielerinnen
gekennzeichnet, vielleicht hat dazu ein so prominenter Schiedsrichter
wie Stephan Horvath unfreiwillig beigetragen.
Ingrid Englbrecht hatte sich glänzend vorbereitet (Partien in 3
Aufnahmen!), im Turnier gelang nicht alles nach Wunsch. Im Prestigekampf
gegen Karin Angerer in der letzten Runde konnte in einer offenen
Feldschlacht aber immerhin der 3. Platz gerettet werden. Frau Diane Wild
konnte eine großartige Leistungssteigerung nachweisen, sie gehört ab
sofort zu den ernsthaften Medaillenanwärterinnen bei
Europameisterschaften. Marianne Emmens zeigte ebenfalls gepflegtes
Billardspiel, aufgrund ihrer Jugend darf sie absolut mit internationalen
Erfolgen in der Zukunft spekulieren.
Die Leistung von Angerer ist durchaus in Ordnung. Sie kann aber bereits
mehr als ihr diesmal vergönnt war zu zeigen. Ihr blieb der Trost eines
Erfolges über die Vizeeuropameisterin. Die Siegerehrung wurde zu einer
schönen Feierstunde, der BSK Augarten machte seiner bekannten
Gastfreundschaft alle Ehre. Die Ehren- und Sachpreise waren des Anlasses
würdig und mir verbleibt die angenehme Aufgabe, dem BSK Augarten und
allen seinen Mitgliedern, der Vergangenheit und der Gegenwart, für 35
Jahre Arbeit zum Wohle des Billardverbandes herzlich zu danken! Peter
Stöger
|
|
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PP |
Points |
Aufn. |
GD |
BED |
HS |
|
1. |
Susanne Stengel |
D |
8 |
731 |
75 |
9,746 |
16,66 |
102 |
|
2. |
Karolyn Matthijs |
B |
8 |
725 |
104 |
6,971 |
9,37 |
102 |
|
3. |
Ingrid
Englbrecht |
A |
6 |
668 |
97 |
6,886 |
10,71 |
66 |
|
4. |
Diane
Wild |
CH |
4 |
664 |
79 |
8,405 |
10,71 |
53 |
|
5. |
Marianne Emmens |
NL |
2 |
507 |
87 |
5,827 |
8,33 |
53 |
|
6. |
Karin
Angerer |
A |
2 |
526 |
98 |
5,367 |
7,50 |
53 |
|